Das Land, die Stadt
Aus dem Flugzeug blickend, besteht Togo, wie auch die anderen Länder unterhalb der Sahara, aus orange-braunen und grünen Flächen.
Die Seen und Flüsse sind braun, die meisten (Acker-)Flächen grün und die Städte orange.
Vom Boden aus, ändert sich daran nicht viel. Die meisten Straßen in Lomé und Kpalimé bestehen aus einem braun-orangen - die Farbe des Bodens und somit auch die dominierende Farbe - Schotter und weisen zusätzlich ordentlich Schlaglöcher auf. Die größeren Straßen in der Stadt, sowie die Verbindungsstraßen der großen Städte sind geteert.
Die Häuser, wie auch meins, sind aus Stein errichtet und bestehen meistens nur aus einer Etage. Die größeren Wohnhäuser, wie auch meins, sind von einer 1,5- 2 Meter hohen Steinmauer umgeben, womit der Garten und manchmal auch kleinere Werkstätten eingeschlossen sind. Im Zentrun säumen kleinere Boutiquen, direkt an einander liegend die Straßen. Nur sehr vereinzelnd findet man Mehr-Etagen Häuser, wie zum Beispiel zwei Hotels.
Die kleineren „Häuser" sind die so genannten Wellblechhütten, meist bis zu 20m² groß mit Holzwänden und einem Wellblechdach. Diese Hütten sind vereinzelt auch „Wohnhütten", meistens jedoch kleine Verkaufsstände, die noch vor den Steinhäusern an der Straße stehen. Gerade im Zentrum der Stadt und auf dem Mark fast ausschließlich, bestehen die Hütten auch nur aus den Eckpfeilern und sind seitwärts offen.
Das Zentrum besteht aus vielen Geschäftsstraßen und dem Markt. Auffällig ist, dass es einige „Mustersortimente" gibt, die gerade auch in derselben Straße öfters zu finden sind. Auf den Markt und das Geschäftsleben möchte ich jedoch wann anders getrennt eingehen.
Das Straßenleben
Die Straßen sind stets sehr belebt. Am meisten sind Motos, Mofa-Taxis, die einen für 100 CFA (15cent) innerhalb der Stadt kutschieren, für längere Touren, wird es schon mal etwas mehr, vorzufinden.
Die Autos hier sind oft alte, deutsche Produkte, zu erkennen an dem großen „D"-Aufkleber, die schon ordentlich in die Jahre gekommen sind und einfach nur noch fahren sollen.
Auf der Straße gibt es hauptsächlich eine Regel zu beachten, die des Stärkeren: Auf der Untersten Stufe ist dort der normale Fußgänger, danach kommen die Motos, dann die Autos und zum Schluß die LKWs, die jedoch nicht so sehr vorzufinden sind.
Wenn man auf der Straße geht, muss man also ständig Augen und Ohren offen halten, ob man nicht gerade in die Spur eines Stärkeren gelangt. Bequemerweise wird hier als Hauptkommunikationsmittel die Hupe benutzt, manchmal auch nur die Lichthupe. Beim Überholen oder dem sich Nähern an eine Kreuzung wird so ein Unfall umgangen. An sich funktioniert es erstaunlich gut, ohne dass es Schilder – und wenn sind sie eh überflüssig – noch Ampeln gibt. In Lomé mag dies vielleicht noch etwas anders sein, zum einen gibt es dort viel mehr Verkehr, zum anderen wurde an einer besonders großen Kreuzung auch der Verkehr von der Polizei geleitet. Jedenfalls ist ein stetiges gehupe zu vernehmen, dass fast nie, wie in Deutschland, „böse" gemeint ist.
Die Wohnhäuser
Bei den Wohnsäusern, gibt es zum einen welche, die als ein Haus gebaut sind und andere, die wie eine Art Hof aus mehreren einzelnen Zimmern bestehen, welche jedoch nicht direkt mit einander verbunden sind.
Mein Haus, ist jedoch zusammenhängend. Dabei gibt es ein großes Wohn-und Esszimmer, eine sehr kleine Küche und mehrere Schlaf, sowie 2 Badezimmer.
Die Küche ist winzig klein und besteht aus einem Spüllbecken, allerdings ohne Wasseranschluss und einem klassischem Herd/Ofen. Der Herd besteht aus Ton, ist keinen halben Meter hoch, hat unten eine Öffnung für die Holzkohle und oben eine Ovalförmige Abstellmöglichkeit für einen Topf. Diese Holzkohle Herde habe ich bisher ausschließlich gesehen. Eine Familie, wie unsere, mit aktuell sieben Mitgliedern (die allerdings nicht immer alle gleichzeit essen) lässt sich damit bekochen.
Besonders schön und ausgefallen ist mein Haus nicht. Sowohl der Boden, als auch die Wände bestehen aus Stein und Beton. Das Wohnzimmer beinhaltet einen großen Esstisch, sowie 2 kleinere Tische. Es gibt auch ein Holzsofa und auch Sessel, jedoch ohne Bezug. Eins darf jedoch auf keinen Fall fehlen: der Fernseher. Der Empfang ist zwar nicht optimal, aber trotzdem läuft die Kiste recht oft und zeigt Französische Soaps, Nachrichten, Musikvideos und Werbung!
Dies ist jedoch auch das einzige Elektronische Gerät. Steckdosen und fließend Strom sind vorhanden, allerdings gibt es des öfteren Stromausfälle. Diese betreffen immer ein ganzes Quartier und meins ist besonders häufig getroffen, was uns zu Kerzen und Öllampen zwingt, da es um 18:00 Uhr dunkel wird.
Zum Duschen und für die Toilette wird ein Eimer benutzt. Es gibt auch fließend Wasser, allerdings wird im allgemeinen mit Wasser sparsamer umgegangen. Sich mit einem Eimer, einem Netzschwamm (traditioneller Schwamm, der aus einem Netz besteht und somit schnell trocknet) und einem Becher zu waschen, verbraucht echt wenig Wasser, keinen halben Eimer. Zum Spülen der Toilette, wird auch ein Eimer ins Klo geschüttet. Dabei brauche ich für die Toilette meist mehr Wasser als fürs Duschen.